Kreditkarten Sicherheit

Kreditkarten gehören auch heute schon zu den sichersten Zahlungsmitteln der Welt. Die wenigen auffälligen Transaktionen und deren öffentliche Wahrnehmung stehen in einem krassen Missverhältnis zu den zig Millionen täglich perfekt und reibungslos durchgeführten Transaktionen, die erst den perfekten Einkauf oder das Buchen von Hotels wirklich ermöglichen. Dennoch ist jede einzelne widerrechtliche Transaktion eine zu viel, da Sie Ihnen wertvolle Zeit kostet und Sie vielleicht auch noch eine Ersatzkarte bestellen und eine polizeiliche Anzeige aufgeben müssen. Unsere Tipps führen Sie zu noch mehr Sicherheit beim online Einkauf und beim Einkauf in fernen Ländern.

Für Eilige – die wichtigsten Sicherheitshinweise auf einem Blick

  • Verteilen Sie das Risiko auf eine Karte mit hohem Limit und eine mit niedrigem bzw. eine Prepaid-Variante (für die Verwendung im Gedrängel oder bei Gefahr eines Taschendiebstahls)
  • Lassen Sie die Kreditkarte nicht unbeaufsichtigt. Es ist schon lange unüblich, eine Transaktionsgenehmigung „vom Hinterzimmer aus“ telefonisch durchzuführen.
  • Bei Online-Einkäufen sollten Sie einen Datenpuffer (wie PayPal oder Moneybookers/Skrill) verwenden

1. Verteilen Sie das Risiko auf zwei Kreditkarten

Kreditkarten SicherheitDie weltweite Akzeptanz von Kreditkarten basiert auf den weit verbreiteten Standards von American Express, Mastercard und VISA. Dabei ist es den meisten Akzeptanzstellen vollkommen egal, welchen Typ der Kreditkarte Sie gerade einsetzen. Wenn Sie also Kleinbeträge in einem vielleicht taschendiebgefährdeten Gebiet bezahlen möchten, warum sollten Sie dann die Kreditkarte mit dem vollen Limit und vollen Risiko nutzen.

Suchen Sie sich deshalb aus dem umfangreichen Angebot der Banken zwei Kreditkarten aus: Vielleicht die höherwertige und mit einer Jahresgebühr belegte Karte mit Reiseversicherung oder Zusatzleistungen. Als zweite Kreditkarte verwenden Sie dann eine Kreditkarte eines Kaufhauses (im VISA- oder Mastercard-Standard), einer Direktbank oder eines anderen Anbieters ohne Jahresgebühren. Teilen Sie dann nach Ausstellung der Kreditkarte dem Herausgeber mit, dass Sie dort nur ein Monatslimit beispielsweise von 500 Euro haben möchten.

Dann könnte ein unehrlicher Finder nur noch sehr wenig mit der Karte anfangen, selbst wenn er Ihnen beim Eingeben der Geheimzahl irgendwie über die Schulter gesehen haben sollte. Taschendiebstahl ist erstaunlicherweise nicht nur in unterentwickelten Ländern ein Problem: Lt. polizeilicher Kriminalstatistik schlugen die Langfinger in Deutschland im Jahr 2013 richtig zu: 135.617 Taschendiebstähle wurden angezeigt. Oder Sie entscheiden sich bei der zweiten Kreditkarte für eine Prepaid-Version und laden diese vor dem Urlaub mit einem kleinen Betrag auf und zahlen dann Eintritte zu Sehenswürdigkeiten und kleinere Einkäufe. Damit schleppen Sie keinen Münzberg ausländischer Münzen mehr mit nach Hause!

2. Nutzen Sie einen Datenpuffer beim Online-Einkauf

Insbesondere viele jüngere Menschen kaufen sehr gerne im Internet ein und bestellen beispielsweise Markenartikel wie Jeans oder Turnschuhe sehr gerne im Ausland. Der neueste Style aus USA – trotz Versandkosten und Zoll zum Schnäppchenpreis. Alles kein Problem!

Allerdings können Sie sich auch hier schützen, wenn Sie erstmals bei einem Ihnen unbekannten Online Shop einkaufen. Anstatt eine Online- und unverzüglich bestätigte Transaktion mit der Kreditkarte zu starten, können Sie einen Datenpuffer einsetzen. Die meisten größeren Läden nutzen sehr gerne den auch in Berlin ansässigen Zahlungsdienstleister PayPal. Einmal dort angemeldet können Sie mit ihrer Kreditkarte überall auf der Welt zahlen. Dabei verbleiben die sensiblen Kreditkartendaten bei PayPal, der Händler erhält – verkürzt ausgesprochen – nur das „ja“ und den Betrag der Transaktion und die Absenderinformation.

Mit diesem Datenpuffer sind Sie mehrfach geschützt: Obwohl für den Kunden kostenfrei gibt es verschiedene Varianten des Käuferschutzes und eine Sicherheitsabteilung (dort Trust & Safety genannt), die für ein sehr robustes Mandat bekannt ist. Eine ähnliche Dienstleistung bietet auch Moneybookers/Skrill an, einer der beiden Marktführer auf diesem Gebiet. Der Autor hat sehr gute persönliche Erfahrungen mit PayPal: So ist eine Transaktion selbst von den USA schon binnen weniger als einer Minute bestätigt. Ziehen Sie die E-Mail Laufzeit ab, dann befinden Sie sich im Bereich der Echtzeit-Transaktion.

3. Behalten Sie die Kreditkarte im Auge

Insbesondere wenn die Akzeptanzstelle noch über keine elektronische Kasse verfügt und einen Durchschreibesatz aus Papier verwendet, dann achten Sie ganz besonders auf die Kreditkarte. Akzeptieren Sie es nicht, dass der Verkäufer oder die Bedienung mit dieser in einem Hinterzimmer verschwindet und vielleicht einen kleinen Reservebeleg erstellt und später ausfüllt.

Gleiches gilt übrigens für Unternehmen, die gar keine Banklizenz haben. So gab es im Jahr 2011 einige Irritationen als die kleine Sofort AG erstmals Sofortüberweisungen anbot und die Kundendienstmitarbeiter in den Kontoauszügen der Kunden blätterten, um manuell Limits zu erstellen. Der NDR und heise.de berichteten darüber, die SOFORT AG hat inzwischen die Datenschutzhinweise verändert. Wenn Sie also eine Auswahl der Zahlungsweisen und Verhaltensweisen der Geschäftspartner haben, dann achten Sie immer auf die Kreditkarte und wem Sie Ihre Zahlungen anvertrauen.

Für den Urlaub möchten wir noch mit einem Klassiker der Tipps abschließen, denn die meisten erst dann berücksichtigen, wenn Sie den Geldbeutel mal irgendwo liegengelassen haben: Der beste Platz für Ausweise, Kreditkarten mit vollem Limit ist (außer wenn sie gerade benötigt werden) immer der Hotelsafe!

Dann können Sie unbeschwert reisen und Ihr Geld bleibt sicher. Nutzen Sie also die Freiheit der Kreditkartenzahlung und kombinieren sie diese mit einer gesunden Portion Wachsamkeit.

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