Alle wichtigen Infos zur Ratenzahlung!

Wenn die alte Waschmaschine den Geist aufgeben hat oder ein neuer Fernseher angeschafft werden muss, stehen viele Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen vor einem großen Problem. Denn oft reicht das monatliche Gehalt nicht, um Rücklagen zu bilden – die unerwartet hohen Ausgaben können nicht aus der Portokasse beglichen werden. Für viele Menschen ist daher das Angebot eines Ratenkaufs die letzte Möglichkeit, eine größere Investition zu tätigen und Waschmaschine, Fernseher oder anderes zu kaufen.

Ratenkauf ermöglicht teure Anschaffungen

Besonders beliebt ist der Ratenkauf bei teuren Anschaffungen, großen Haushaltsgeräten und in der Unterhaltungselektronik – nicht von ungefähr wurden die großen Elektronikhändler zu Vorreitern im Ratenkauf. Doch in jüngsten Untersuchungen wurde mehrfach belegt, dass auch ganz normale Einkäufe mittlerweile per Ratenkauf bezahlt werden. Ob Textilien, Haushaltswaren oder Lebensmittel, es gibt nichts, was heute nicht auf diesem Wege bezahlt werden könnte. Die Nachfrage der Kunden ist groß. Vor diesem Hintergrund sind viele Händler bereit, Ratenzahlungen zu akzeptieren.

Was ist ein Ratenkauf?

Ratenzahlung oder auch Finanzkauf

Quelle: #105623315 | Urheber: pico

Das Grundprinzip eines Ratenkaufs ist denkbar einfach. Anstatt den Rechnungsbetrag auf einmal zu begleichen, gestattet es der Verkäufer, dass der Käufer in mehreren Raten bezahlt. Was viele Kunden nicht wissen: Der Ratenkauf ist im Prinzip nichts anderes als ein Kredit, bei dem der Käufer sich das Geld vom Verkäufer leiht. Dafür können Zinsen anfallen, die die Gesamtkosten für die Anschaffung erhöhen können. Große Versandhäuser werben mit Null-Prozent-Zinsen, doch das muss bei anderen Anbietern nicht der Fall sein. Hier lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte, um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein. Je höher die Zinsen ausfallen, desto teurer wird die Anschaffung.

Vor diesem Hintergrund sind die Null-Prozent-Zinsen, die viele Anbieter versprechen, sehr verlockend. Denn auf diese Weise entstehen keine Kosten für die Finanzierung. Der Kunde zahlt den gleichen Betrag, den er auch bei einer Barzahlung hätte entrichten müssen.

Aber Achtung: Die Null-Prozent-Zinsen können mit versteckten Fallstricken verbunden sein. Denn in vielen Fällen werden die Zinsen für eine sehr geringe Laufzeit auf null Prozent festgelegt. Wird die Laufzeit verlängert, können trotz schöner Werbeversprechen höhere Zinsen anfallen.

Konditionen für den Ratenkauf

Je nach Verkäufer und Anbieter können die Konditionen für den Ratenkauf sehr verschieden sein. Manche große Elektronikhändler gestalten die Konditionen sehr einfach und übersichtlich und verzichten zudem auf die marktüblichen Zinsen. In diesen Fällen kann der Ratenkauf leicht abgeschlossen werden, sodass man schnell in den Genuss der technischen Geräte kommt.

Andere Versandhändler sind nicht ganz so unkompliziert. Otto bietet beispielsweise den Ratenkauf bei der ersten Bestellung nur für einen Warenwert von bis zu 300,- Euro an. Zugleich werden hohe Zinsen in Rechnung gestellt – das ist jedoch eine durchaus gängige Praxis, die auch bei anderen Händlern zu finden ist. Welche Konditionen tatsächlich gelten, lässt sich nur durch einen Blick ins Kleingedruckte herausfinden. Im Zweifel lohnt eine Nachfrage bei der Kundenhotline.

Dienstleister für Ratenzahlungen

Ratenzahlung ist stets mit einem vergleichsweise großen Verwaltungsaufwand verbunden, den viele Händler scheuen. Es gibt allerdings auch Dienstleister wie die Firma Klarna, die die Abwicklung für die Händler übernehmen. Im Grunde ändert sich für den Kunden nicht viel, allerdings wird Klarna oder ein anderer Dienstleister sein Vertragspartner in Hinblick auf den Ratenkredit.

Überprüfung der Kreditwürdigkeit

In der Regel überprüfen alle bekannten Verkäufer im Internet die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden, wenn sie einen Ratenvertrag abschließen wollen. Dazu werden neben der eigenen Kundendatenbank auch verschiedene die Wirtschaftsauskünfte in Anspruch genommen. Wichtigste Informationsquelle ist wahrscheinlich die Schufa. Negative Schufa-Einträge machen einen Ratenkauf in der Regel unmöglich. Verbraucher sollten also auch aus diesem Grunde darauf achten, eingegangene Zahlungsverpflichtungen gewissenhaft einzuhalten.

Wenigen Menschen ist indes bekannt, auch der ganz normal und korrekt abgewickelte Ratenkauf einen negativen Einfluss auf die Bewertung durch die Schufa haben kann. Denn jeder Ratenkauf wird bei der Schufa dokumentiert. Kauft jemand häufig auf Raten, wird aus diesem Verhalten auf ein sehr geringes Einkommen geschlossen. Die Kreditwürdigkeit wird herabgestuft.

Vorteile des Ratenkaufs

Die Vorteile des Ratenkaufs liegen auf der Hand. Teure Anschaffungen können durch einen vergleichsweise kleinen monatlichen Betrag bezahlt werden – gerade für Menschen mit kleinen Einkommen ist der Ratenkauf die einzige Möglichkeit, größere Ausgaben zu schultern.

Nachteile des Ratenkaufs

Da es sich bei einem Ratenkauf um einen Kredit handelt, können erhebliche Zinsen fällig werden, die die Gesamtkosten erheblich in die Höhe treiben. Wie teuer es insgesamt wird, ist oftmals schlecht erkennbar, denn nicht alle Verkäufer legen die offen und verständlich dar. Ein weiteres Problem besteht vor allem darin, dass viele Verbraucher ihre finanzielle Leistungsfähigkeit überschätzen und mehrere Ratenkäufe tätigen, deren monatliche Raten die monatliche Leistungsfähigkeit übersteigt. Experten empfehlen: Die Summe aller monatlichen Raten sollte 10 Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen. Ansonsten können die Ratenkaufverträge für Fernseher, Waschmaschine und vieles mehr sehr schnell in die Überschuldung führen.

AUTOR

Fabian Simon

Erste Aktien-Trades im Alter von 14 Jahren, kaufmännische Ausbildung, Studium im Wirtschafts-Bereich. Auf FInanz-Liga.de teile ich mein angesammeltes Finanz-Wissen. Verständlich & ehrlich!

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