Welche Möglichkeiten gibt es, 10.000 Euro anzulegen?

Die Rendite jeder Geldanlage steigt mit der Risikobereitschaft der Anleger. Gerade in Deutschland definieren viele Anlegerinnen und Anleger den Risikobegriff negativ im Sinne eines Glücksspieles. Sparbuch und Staatsanleihen gelten als sichere und solide Anlagen, Aktien hingegen als Spekulationspapiere. Viele Anleger verzichten damit langfristig auf attraktive Renditen bei durchaus vertretbaren Risiken.

Der Zeithorizont entscheidet über die Form der Anlage

Die Frage, wie ein Betrag von 10.000 Euro angelegt werden kann, lässt sich nicht trennen von der Frage, wofür dieser Betrag angelegt werden soll. Bei kurzfristigen Sparzielen stehen andere Faktoren im Mittelpunkt als bei einer langfristigen Geldanlage, etwa zur Altersvorsorge.

Eine kurze Anlagezeit verlangt sichere Anlageformen

Sollen die 10.000 Euro für einige Monate bis hin zu drei bis vier Jahren angelegt werden und anschließend zur Verfügung stehen, sind absolut sichere Anlageformen gefragt. Tagesgeld, Festgeld für einen vorher genau definierten Zeitraum oder Staatsanleihen kommen dann in Frage. Diese Anlagen bieten keine hohe Rendite, der Anleger weiß jedoch genau, mit welchem Betrag er nach Ablauf der Anlegezeit kalkulieren kann.
Je kürzer der Anlagehorizont, desto genauer müssen Sparer zudem die Kosten für das Anlageprodukt im Auge haben. Rentenfonds versprechen höhere Renditen als das Festgeld bei der Hausbank, sie lohnen sich aber erst ab einer Laufzeit von etwa drei Jahren. Für Fonds, egal ob Renten- oder Aktienfonds, fallen Gebühren an, die anschließend über die höhere Rendite erst erwirtschaftet werden müssen. Wer sein Geld z.B. nur für ein Jahr anlegen möchte, macht mit einer Festgeldanlage über diesen Zeitraum keinen Fehler.
Dennoch sollte die Anlage in Rentenfonds für mittelfristige Sparziele in Erwägung gezogen werden. Gut verwaltete Rentenfonds können Kursgewinne realisieren und damit für ihre Anleger höhere Erträge als das Spar- oder Festgeldkonto erwirtschaften.

Mittel- bis langfristige Anlagezeiträume

Sollen die 10.000 Euro deutlich länger als drei bis vier Jahre angelegt werden, kann der Sparer höhere Risiken auf sich nehmen – oder höhere Kosten für einen attraktiven Rentenfonds. Diese Kosten sind vertretbar, weil ein Rentenfonds in der Regel deutlich höhere Renditen abwirft, welche den Kostennachteil gegenüber Festgeld mehr als nur kompensieren.
Selbst ein Betrag von 10.000 Euro kann aufgesplittet werden. Ein Teil wird als Festgeld angelegt, ein weiterer Teil in Rentenfonds, der Rest in Aktienfonds. Je höher der Anteil der Aktien, desto höher das Risiko bei deutlich höheren Renditechancen.

Direkte Anlage in Aktien

Geldbündel 10.000 Euro

Quelle: Datei: #55109732 | Urheber: sveta

Die Kosten für ein Aktien- und Fondsdepot sind heutzutage überschaubar, wenn der Anleger sich für ein Onlinedepot entscheidet. Dennoch ist bei der Direktanlage in Aktien Vorsicht geboten. Nicht, weil Aktien ein übergroßes Risiko darstellen würden, sondern weil die Investition in eine oder wenige Aktientitel ein Klumpenrisiko bedeutet. Beispiele für solcherart Risiken sind die Aktie der Telekom, Bankaktien allgemein und zuletzt die VW-Aktie. Die Kurse dieser Unternehmen sind innerhalb kurzer Zeit aus verschiedenen Gründen rapide gesunken, ohne dass dieser Kursverfall für den Anleger absehbar gewesen wäre.
Dass Aktien dennoch ein lohnendes Investment darstellen, zeigen die verschiedenen Aktienindizes. In einem Aktienindex sind Aktien mit genau definierten Merkmalen vertreten. Der Deutsche Aktienindex DAX enthält die 30 größten deutschen Aktienunternehmen. Auf internationaler Ebene entspricht dem DAX der Dow Jones Global Titans 50, er listet die 50 weltweit größten Aktienunternehmen auf.
Obwohl einzelne Titel dieser Indizes in der jüngeren Vergangenheit erheblich im Kurs gesunken sind, konnten die Indizes selbst stolze Gewinne verbuchen.
Deshalb empfiehlt sich für Kleinanleger immer ein Aktienfonds. Mit jedem Fondsanteil wird der Anleger zum Mitbesitzer einer ganzen Fülle von Aktien, sodass Klumpenrisiken vermieden werden können, wie sie bei der Anlage in nur wenige Aktientitel entstehen.

Anlageziel Immobilie

Wer sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen möchte, sollte bei der Geldanlage ebenfalls auf Nummer sicher gehen. Für ihn gilt das gleiche wie für den Sparer mit eher kurzem Anlagehorizont.
Allerdings kann es Sinn machen, die 10.000 Euro in einen Bausparvertrag anzulegen oder jährlich einen Teil des Geldes in einen solchen Vertrag zu investieren. Bausparverträge haben den Vorteil, dass der Sparer genau weiß, wie hoch seine monatliche Belastung sein wird, wenn er das Bauspardarlehen in Anspruch nimmt.
Sparer, die aufgrund ihres Einkommens prämienberechtigt sind, sollten jährlich mindestens den Betrag einzahlen, der notwendige ist, um die volle Bausparprämie zu erhalten. In diesem Falle lohnt es sich nicht, die 10.000 Euro als ganzen Betrag einzuzahlen. Prämienberechtigt sind Ledige mit einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 25.600 Euro, bei Verheirateten liegt diese Grenze bei 51.200 Euro. Achtung: Das zu versteuernde Einkommen liegt deutlich unter dem Bruttoeinkommen!

Fazit

Jeder Anleger sollte sich für seine Entscheidung ein wenig Zeit lassen und sich fragen, welcher Anlagetyp er ist und welches Sparziel er verfolgt. Wer in zwei Jahren einen Pkw kaufen möchte und die dafür vorgesehenen 10.000 Euro in Aktien investiert, geht ein hohes Risiko ein, da die Aktienkurse stark schwanken können.
Und es gilt: Jeder Anleger sollte verstehen, wo genau er sein Geld anlegt und welche Chancen und Risiken damit verbunden sind.

AUTOR

Fabian Simon

Erste Aktien-Trades im Alter von 14 Jahren, kaufmännische Ausbildung, Studium im Wirtschafts-Bereich. Auf FInanz-Liga.de teile ich mein angesammeltes Finanz-Wissen. Verständlich & ehrlich!

mehr...

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *