Was ist ein Gläubiger?

Gläubiger ist derjenige, der von einem anderen kraft eines Schuldverhältnisses etwas fordern kann (§ 241 BGB). Dieser andere wird als Schuldner bezeichnet. Gläubiger und Schuldner sind die Parteien eines Schuldverhältnisses. Schuldner ist derjenige, der die Forderung des Gläubigers erfüllen muss.



Gläubiger ist Partei eines Schuldverhältnisses

Der Begriff des „Gläubigers” ist in juristischer Hinsicht umfassender als in der Umgangssprache. In der Umgangssprache wird derjenige als Gläubiger verstanden, der eine Geldforderung besitzt. Juristisch kann sich die Gläubigerstellung aus unterschiedlichsten Rechtsverhältnissen ergeben. Dabei kann es um den Güteraustausch gehen. So ist beim Kaufvertrag derjenige Gläubiger, dem der Kaufpreis zusteht. Zugleich ist der Gläubiger aber auch Schuldner, als darum geht, dem Käufer die Ware zu liefern.

Beim Dienstvertrag (Arbeitsverhältnis) kann der Arbeitgeber als Gläubiger die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers (Schuldner) einfordern. Soweit der Arbeitnehmer infolge seiner Arbeitsleistung seinen Lohn einfordert, ist er selbst wiederum Gläubiger im Verhältnis zum Arbeitgeber.

Das Schuldverhältnis bestimmt die Rechte des Gläubigers

Die Rechte des Gläubigers bestimmen sich nach dem maßgeblichen Schuldverhältnis. Die Schuldverhältnisse sind im Schuldrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt. Das Schuldrecht stellt den rechtlichen Rahmen für die Begründung, den Inhalt, die Abwicklung und die Beendigung von Schuldverhältnissen zur Verfügung. Das “allgemeine Schuldrecht” enthält allgemeine Vorschriften für alle Arten von Schuldverhältnissen. Das “besondere Schuldrecht” enthält die Auflistung der wichtigsten Schuldverhältnisse (Kaufvertrag, Werkvertrag, Dienstvertrag, Mietvertrag, Bürgschaft u.a.).



Im allgemeinen Teil des Schuldrechts ist beispielsweise geregelt, wann und wie der Gläubiger den Schuldner in Verzug setzen kann und welche Rechte ihm dann zustehen. Das Gesetz regelt, wo der Schuldner dem Gläubiger die Leistung erbringen muss (Leistungsort), wie der Schuldner die Leistung bezahlt (Zahlungsort) und wann der Gläubiger die Leistung verlangen kann (Leistungszeit).

Im besonderen Teil des Schuldrechts regelt das z.B. das Kaufrecht die Frage, welche Rechte dem Käufer als Gläubiger im Verhältnis zum Verkäufer wegen der Lieferung der Ware zustehen bzw. umgekehrt, welche Rechte dem Verkäufer als Gläubiger im Verhältnis zum Käufer wegen der Zahlung des Kaufpreises zustehen. Gleiches gilt für das Werkrecht, Dienstvertragsrecht, Mietrecht oder die Bürgschaft.

Gläubiger ist also ein eher allgemeiner Begriff. Er konkretisiert sich erst im Zusammenhang mit dem jeweiligen Schuldverhältnis. Daraus ergeben sich im konkreten Fall die Rechte und Pflichten des Gläubigers. Im Schuldverhältnis ist jede Partei Gläubiger und Schuldner zugleich, je nachdem, wer fordert und wer leistet.

AUTOR

Fabian Simon

Erste Aktien-Trades im Alter von 14 Jahren, kaufmännische Ausbildung, Studium im Wirtschafts-Bereich. Auf FInanz-Liga.de teile ich mein angesammeltes Finanz-Wissen. Verständlich & ehrlich!

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